Haltungsbeschreibung

Einige Anmerkungen zur Überwinterung
bei Cynops und anderen Molchen...

Haltungsbeschreibung
für Feuerbauchmolche
 
 
Dieser Artikel wurde von Thomas Ackermann, Aachen verfasst

Ich pflege seit 5 Jahren eine Gruppe Cynops phyrrogaster sasayamae (eine seltener angebotene Unterart) in einem LBH 70x70x100 cm grossen Paludarium, Wasserstand 30cm (zusammen mit 5 Unken Bombina orientalis und einem Pärchen Anolis roquet martiniq.
Diese "WG" klappt übrigens prima, da sich die Tiere so gut wie nie in die Quere kommen: Molche im Wasser, Unken am Wasser, Anolis im "Dachgeschoß". Es ist aber darauf zu achten, daß die Größenverhältnisse der Tiere ausgeglichen sind, damit sie sich nicht gegenseitig auffressen - es ist beeindruckend, was alles
in ein Unkenmaul paßt!!!

Die Cynops verlassen das Wasser eigentlich nie (auch im Sommer bei Temp. über 25°C selten), paaren sich regelmäßig und legen jedes Jahr Eier, obwohl sie das ganze Jahr über in Wohnraumbedingungen gehalten werden (22-25°C Wassertemperatur). Es scheinen also Faktoren wie die Tageslänge ebenfalls erheblichen Einfluß auf die hormonellen Wallungen unserer Pfleglinge zu haben...Außerdem ist mir aufgefallen, daß bei phasenweise reichlicher Fütterung die Bereitschaft zur Paarung und Eiablage zunimmt (Ich füttere sehr unregelmäßig, um einer Verfettung vorzubeugen, d.h. auch schon mal zwei Wochen Nulldiät).

Langer Rede - kurzer Sinn:
Ich will damit nur sagen, daß eine Überwinterung zur Zucht bei einigen Arten (z.B. auch bei den Bombinas) nicht zwingend erforderlich ist. Sicherlich ist unter naturnaher Betrachtung eine artgerechte Überwinterung beitragend zu einer längeren Lebensspanne usw.(es gibt jedoch auch Literaturangaben von 20-30 jähriger (!) Pflege von Molchen - ohne Überwinterung...) Sie birgt jedoch oft auch Risiken (z.B. die "klassische" Überwinterung in Plastikdosen im Kühlschrank) und hat schon zu manchen Ausfällen geführt. Wer daher auf Nummer sicher gehen will, kann seinen Pfleglingen ruhig den Kühlschrank ersparen. Man sollte jedoch auf unterschiedliche Tageslängen und zumindest einen Temperaturunterschied von mind 6°C zwischen Sommer und Winter achten und alle übrigen Haltungsbedingungen optimieren. Wie gesagt - bei manchen Arten klappt´s (bei Cynops phyrr. und Bombina orientalis bestimmt), bei manchen nicht (z.B. Taricha-Arten)

Vielleicht nehmen diese Zeilen ja manchem besorgtem Molchliebhaber, der nicht über einen schönen frostfreien Keller verfügt, das schlechte Gewissen, seinen Lieblingen die Überwinterung vorzuenthalten...
In diesem Sinne... weiterhin viel Freude bei der Pflege und Zucht !

.
Kontaktadresse
Thomas Ackermann, Aachen
ackermann-thomas@t-online.de

 

nach oben