Tigersalamander
(Ambystoma
tigrinum)
| Diese Haltungs- und Zuchtbeschreibung wurde von Ulrike Kunchintzki verfasst |
| Allgemein | Haltung im Terrarium |
Nach der Umwandlung von der Larve zum Molch
ordnen sich die Gaumenzähne am Mundhöhlendach hinter den inneren
Nasenöffnungen als Querreihen an.
Am liebsten frißt er Regenwürmer,
Nacktschnecken, Maden, Käfer, Fliegen und in Gefangenschaft sogar
Fischstücke und magere Fleischstreifen, die man mit Hilfe einer Pinzette
vor seiner Schnauze bewegt.
Den Tigerquerzahnmolch erkennt man sehr
leicht an seiner auffälligen Färbung: viele gelbe Flecken auf
schwarzem Grund. Die Flecken sind heller und blasser als beim Feuersalamander.
Die Grundfarbe kann auch bräunlich
oder ölgrün und auf sehr variable Weise mit gelben Flecken und
Binden gezeichnet sein. An der Bauchseite findet man seltener Flecken,
sie ist meist grau gefärbt. Zuweilen findet man fast ganz gelbe und
nur wenig schwarz gefleckte Exemplare. Der gedrungene Körper wird
von kurzen, kräftigen Gliedmaßen getragen.
Der Kopf ist flach mit stumpfer Schnauze.
Der Rumpf ist durch 11 - 13 Querfurchen gezeichnet. Der Schwanz ist ein
typischer Molchschwanz, nämlich aufrecht und seitlich abgeflacht und
trägt das gleiche Fleckenmuster wie der Körper. Erwachsene Querzahnmolche
haben Lungen. Der Tigerquerzahnmolch lebt vorwiegend an Land und sucht
nur zur Laichzeit Gewässer auf. Er versteckt sich tagsüber unter
Steinen, Laub oder Holz und zieht sich bei Trockenheit in tiefere Erdschichten
zurück.
Dadurch kann er auch Gebiete mit geringerer
Feuchtigkeit besiedeln. Besonders gern bewohnt er die Baue anderer Tiere
wie z.B. vom Wiesel oder Murmeltier. Querzahnmolche können in Gefangenschaft
ein Alter von ca. 10 Jahren erreichen.
Im zeitigen Frühjahr, wenn das Eis
noch nicht ganz geschmolzen ist, oder wenn sich die Tümpel mit Regenwasser
füllen, ziehen die erwachsenen Tiere zu den Laichgewässern. Bevorzugt
werden Tümpel, Teiche, Weiher oder langsam fließende Gewässer.
Manchmal überrascht man dabei Scharen wandernder Molche. Sie paaren
sich im Wasser, wo das Männchen einen Samenklumpen auf dem Grund ablegt
und das Weibchen ihn in seinen Körper aufnimmt.
Die Befruchtung erfolgt also im Leib des
weiblichen Tieres. Bereits einen Tag nach der Befruchtung beginnt das Weibchen
mit der Ablage von ca. 1000 Eiern, die es einzeln oder in Trauben ablegt.
Damit kann es schon nach ein paar Stunden oder erst nach 2 - 3 Tagen fertig
sein.
Die Larven schlüpfen nach 2 - 3 Wochen,
wandeln sich nach 2 - 5 Monaten zum erwachsenen Tier um und sind im Alter
von ca 3 Jahren selbst fortpflanzungsfähig
Sie entwickeln sich in jodreichem Wasser
bis zur Landform, in jodfreiem Wasser jedoch bleiben sie im Larvenstadium.
Wenn sich Larven nicht zur Landform ausbilden, bleiben sie ihr Leben lang
im Wasser und pflanzen sich in diesem Zustand fort.
Junge Larven sind schlicht hellolivfarben
mit schwacher Sprenkelung. Die Färbung der geschlechtsreifen Larven
dagegen ist wie bei der Landform.
Tigerquerzahnmolche benötigen ein Aquaterrrarium. Für ein einzelnes Tier sollte die Grundfläche wenigstens 50x40cm betragen. Am Besten nimmt man ein nach oben offenes Glasbecken und teilt es mittels einer Glasscheibe, die mit Silikon eingeklebt wird. Der Landteil sollte zirka 2/3 der Fläche betragen.
Der Bodengrund des Landteils sollte feuchter
Torf mit Erde vermischt sein. Darauf legt man Moospolster. Als Versteckmög-lichkeiten
gibt man flache Steine und Baumrinde hinein. Der Molch gräbt sich
gern Höhlen im Bodengrund und versteckt sich dort. Er gräbt den
gesamten Landteil um. Moos und Steine verschwinden mit der Zeit von der
Oberfläche.
Der Wasserstand sollte ca. 8 - 12 cm hoch
sein. In den Wasserbereich gibt man am Besten einen Stein, damit der Molch
leicht wieder an Land klettern kann.
Die Temperatur sollte tagsüber nicht
höher als 20°C sein, im Winter erheblich kühler, nämlich
ca 5°C. Kühle Überwinterung ermöglicht erst die Zucht.
Am besten eignet sich da ein Küchenfenster,
eine Garage oder ein Keller, wo der Frost keinen Schaden anrichten kann,
aber im Winter auch nicht geheizt ist. Es sollte auch keine direkte Sonne
hineinscheinen, die Molche leben im Schatten. Sie finden ihr Futter auch
im Dunkeln.
Das Becken kann man mit einem Deckel abdecken,
der mit Fliegengitter bespannt ist. Auf keinen Fall darf es mit einer Glasplatte
oder sonstigem Material luftdicht abgedeckt sein.
Man kann es auch offen lassen, wenn es
hoch genug ist, dass die Futtertiere nicht herausspringen können.
Der Tigerquerzahnmolch ist als Anfängertier
für Kinder sehr gut geeignet, da er sich in Menschenhand leicht halten
und züchten läßt. Er nimmt gern Futter von der Hand oder
von der Pinzette und ist kaum scheu. Er ist recht genügsam, versteckt
sich tagsüber im Terrarium, kommt aber, einmal an eine Futterzeit
gewöhnt, regelmäßig zur Fütterung aus dem Versteck
hervor.
Tigerquerzahnmolche sind nicht geschützt
und benötigen also keine Cites um verkauft zu werden.