Haltungsbeschreibung

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Tigersalamander (Ambystoma tigrinum)
 
 
Diese Haltungs- und Zuchtbeschreibung wurde von Ulrike Kunchintzki verfasst

 
Allgemein | Haltung im Terrarium

 
Allgemein

Der Tigersalamander, auch Tigerquerzahnmolch oder Tigermolch genannt, stammt aus dem östlichen und zentralen Nordamerika und ist der größte und stattlichste Landmolch überhaupt. Fast das gesamte gemäßigte Nordamerika und besonders der mittlere Küstenabschnitt Kaliforniens wird von ihm bewohnt. Man findet ihn sogar im Gebirge bis 3000m Höhe.
Er wird gewöhnlich zwischen 25 und 33 cm groß, also noch größer als unser einheimischer Feuersalamander.

Tigersalamander (c) John Clare, Irland

Nach der Umwandlung von der Larve zum Molch ordnen sich die Gaumenzähne am Mundhöhlendach hinter den inneren Nasenöffnungen als Querreihen an.
Am liebsten frißt er Regenwürmer, Nacktschnecken, Maden, Käfer, Fliegen und in Gefangenschaft sogar Fischstücke und magere Fleischstreifen, die man mit Hilfe einer Pinzette vor seiner Schnauze bewegt.

Den Tigerquerzahnmolch erkennt man sehr leicht an seiner auffälligen Färbung: viele gelbe Flecken auf schwarzem Grund. Die Flecken sind heller und blasser als beim Feuersalamander.
Die Grundfarbe kann auch bräunlich oder ölgrün und auf sehr variable Weise mit gelben Flecken und Binden gezeichnet sein. An der Bauchseite findet man seltener Flecken, sie ist meist grau gefärbt. Zuweilen findet man fast ganz gelbe und nur wenig schwarz gefleckte Exemplare. Der gedrungene Körper wird von kurzen, kräftigen Gliedmaßen getragen.
Der Kopf ist flach mit stumpfer Schnauze. Der Rumpf ist durch 11 - 13 Querfurchen gezeichnet. Der Schwanz ist ein typischer Molchschwanz, nämlich aufrecht und seitlich abgeflacht und trägt das gleiche Fleckenmuster wie der Körper. Erwachsene Querzahnmolche haben Lungen. Der Tigerquerzahnmolch lebt vorwiegend an Land und sucht nur zur Laichzeit Gewässer auf. Er versteckt sich tagsüber unter Steinen, Laub oder Holz und zieht sich bei Trockenheit in tiefere Erdschichten zurück.
Dadurch kann er auch Gebiete mit geringerer Feuchtigkeit besiedeln. Besonders gern bewohnt er die Baue anderer Tiere wie z.B. vom Wiesel oder Murmeltier. Querzahnmolche können in Gefangenschaft ein Alter von ca. 10 Jahren erreichen.

Im zeitigen Frühjahr, wenn das Eis noch nicht ganz geschmolzen ist, oder wenn sich die Tümpel mit Regenwasser füllen, ziehen die erwachsenen Tiere zu den Laichgewässern. Bevorzugt werden Tümpel, Teiche, Weiher oder langsam fließende Gewässer. Manchmal überrascht man dabei Scharen wandernder Molche. Sie paaren sich im Wasser, wo das Männchen einen Samenklumpen auf dem Grund ablegt und das Weibchen ihn in seinen Körper aufnimmt.
Die Befruchtung erfolgt also im Leib des weiblichen Tieres. Bereits einen Tag nach der Befruchtung beginnt das Weibchen mit der Ablage von ca. 1000 Eiern, die es einzeln oder in Trauben ablegt. Damit kann es schon nach ein paar Stunden oder erst nach 2 - 3 Tagen fertig sein.
Die Larven schlüpfen nach 2 - 3 Wochen, wandeln sich nach 2 - 5 Monaten zum erwachsenen Tier um und sind im Alter von ca 3 Jahren selbst fortpflanzungsfähig

Sie entwickeln sich in jodreichem Wasser bis zur Landform, in jodfreiem Wasser jedoch bleiben sie im Larvenstadium. Wenn sich Larven nicht zur Landform ausbilden, bleiben sie ihr Leben lang im Wasser und pflanzen sich in diesem Zustand fort.
Junge Larven sind schlicht hellolivfarben mit schwacher Sprenkelung. Die Färbung der geschlechtsreifen Larven dagegen ist wie bei der Landform.
 

Haltung im Terrarium

Tigerquerzahnmolche benötigen ein Aquaterrrarium. Für ein einzelnes Tier sollte die Grundfläche wenigstens 50x40cm betragen. Am Besten nimmt man ein nach oben offenes Glasbecken und teilt es mittels einer Glasscheibe, die mit Silikon eingeklebt wird. Der Landteil sollte zirka 2/3 der Fläche betragen.

Der Bodengrund des Landteils sollte feuchter Torf mit Erde vermischt sein. Darauf legt man Moospolster. Als Versteckmög-lichkeiten gibt man flache Steine und Baumrinde hinein. Der Molch gräbt sich gern Höhlen im Bodengrund und versteckt sich dort. Er gräbt den gesamten Landteil um. Moos und Steine verschwinden mit der Zeit von der Oberfläche.
Der Wasserstand sollte ca. 8 - 12 cm hoch sein. In den Wasserbereich gibt man am Besten einen Stein, damit der Molch leicht wieder an Land klettern kann.

Die Temperatur sollte tagsüber nicht höher als 20°C sein, im Winter erheblich kühler, nämlich ca 5°C. Kühle Überwinterung ermöglicht erst die Zucht.
Am besten eignet sich da ein Küchenfenster, eine Garage oder ein Keller, wo der Frost keinen Schaden anrichten kann, aber im Winter auch nicht geheizt ist. Es sollte auch keine direkte Sonne hineinscheinen, die Molche leben im Schatten. Sie finden ihr Futter auch im Dunkeln.
Das Becken kann man mit einem Deckel abdecken, der mit Fliegengitter bespannt ist. Auf keinen Fall darf es mit einer Glasplatte oder sonstigem Material luftdicht abgedeckt sein.
Man kann es auch offen lassen, wenn es hoch genug ist, dass die Futtertiere nicht herausspringen können.

Der Tigerquerzahnmolch ist als Anfängertier für Kinder sehr gut geeignet, da er sich in Menschenhand leicht halten und züchten läßt. Er nimmt gern Futter von der Hand oder von der Pinzette und ist kaum scheu. Er ist recht genügsam, versteckt sich tagsüber im Terrarium, kommt aber, einmal an eine Futterzeit gewöhnt, regelmäßig zur Fütterung aus dem Versteck hervor.
Tigerquerzahnmolche sind nicht geschützt und benötigen also keine Cites um verkauft zu werden.
 
 

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